Vorsicht Sucht…

 

Glücksspiele sind bei uns in Deutschland sehr beliebt. Rund ein Viertel der Deutschen spielt zum Beispiel jede Woche Lotto. Das Angebot an Unterhaltungsmöglichkeiten scheint schier unbegrenzt zu sein. Die Glücksspielindustrie – vor allen Dingen private Anbieter – verzeichnen von Jahr zu Jahr steigende Gewinne. Die unangefochtenen Marktführer im Glücksspielsegment sind seit Jahr und Tag die Hersteller von Spielautomaten. Dabei ist die Suchtgefahr bei den sogenannten einarmigen Banditen erwiesenermaßen am Höchsten. Die Automaten locken die zahlreichen Kunden in großen Lettern und schrillen Farben, die mit wahnwitzigen Quoten zum Teil das Sechshundertfache des eingesetzten Betrages versprechen! Die Gefahr für Spielfreudige liegt dabei hauptsächlich in den kurzen Spielintervallen der Automaten: Teilweise dauert ein Spiel weniger als zwei Sekunden. Somit wird den besonders Willensschwachen unter den Spielern weitestgehend die Entscheidung genommen, ob sie nun weiter spielen möchten oder lieber nicht.

Man sollte es nicht unterschätzen

In Deutschland sind rund 500 000 Menschen von der Spielsucht betroffen; bezeichnenderweise spielen rund 80 Prozent der Betroffenen überwiegend an Automaten. Spielsucht wird in Deutschland als Krankheit anerkannt und gehört zu den nicht stoffgebundenen Süchten. Der Auslöser für eine pathologische Spielsucht kann jedoch nicht nur der aggressiven Werbung sowie der inflationären Verbreitung der Spielautomaten zugeschrieben werden. Der Grund dafür muss in der Hauptsache in der individuellen Vergangenheit und der daraus resultierenden Persönlichkeit der Betroffenen gesucht werden. Erwiesenermaßen bieten die Lotterien nur für einen geringen Teil der Betroffenen den Einstieg in die Spielsucht. Selbst wenn Sie wöchentlich am Mittwochs- und Samstagslotto teilnehmen würden und darüber hinaus keine Ziehung des Euro Jackpot und der amerikanischen Mega Millions versäumen würden, ist die Suchtgefahr der Lotterien, im Vergleich zu dem Suchtpotenzial von Spielautomaten oder Sportwetten, verhältnismäßig gering. Die Intervalle der Ausspielungen sind einfach zu groß.

Die Glücksspielbetreiber in Deutschland sind dazu verpflichtet, auf die Suchtgefahr von Glücksspielen hinzuweisen. Die Hinweise an Spielautomaten sind aber in der Regel gut versteckt oder werden aufgrund der bunt leuchtenden Gewinnversprechen schlicht übersehen. Die Deutschen Klassenlotterien hingegen bieten Betroffenen umfangreiches Informationsmaterial über Spielsucht an. Je nach Bundesland finden Sie im Internet zahlreiche Broschüren zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Glücksspiel sowie Hilfestellungen und Kontaktadressen für Betroffene. Sollten Sie den Verdacht hegen, dass Sie oder Ihre Angehörigen ein Problem mit dem Glücksspiel haben, empfiehlt es sich, zunächst Ihren Hausarzt oder das Gesundheitsamt aufzusuchen. Ihr behandelnder Arzt wird Sie in jedem Fall kompetent und diskret beraten und Sie bei Bedarf an entsprechende Einrichtungen in Ihrer Region weitervermitteln.

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