Ausgespielt

Ein Bericht aus aktuellem Anlass

Bei den meisten Genussmitteln wie zum Beispiel Kaffee oder Alkohol ist der übermäßige Konsum dem Genuss eher abträglich. In einigen Fällen, wie beispielsweise bei Zigaretten, ist sogar der maßvolle Konsum nicht unbedingt zu empfehlen. Nicht selten führt ein maßloser Konsum von Substanzen, je nach Stoff früher oder später, in die totale Abhängigkeit und mündet in den sozialen Abstieg. Trotz der eindringlichen und gut gemeinten elterlichen Warnungen und entgegen staatlicher Verbote und Regulierungen tappen gerade junge Menschen immer wieder geradewegs in die Suchtfalle. Dass Alkohol unter Umständen abhängig machen kann, das ist in Deutschland den meisten klar. Aber dass wir vom Spielen süchtig werden können, ist vielen gänzlich unbekannt. Ganz nach dem Motto: Kann den Spielen Sünde sein?

Laut einer Studie der Zeitschrift Netzwelt sind in Deutschland rund 14.000 Jugendliche computerspielsüchtig, und die Tendenz ist steigend. Dieser Trend ist besorgniserregend, denn Computerspiele mit immer komplexer werdenden Spielwelten, mit lebensechter Grafik und Multiplayerfunktion haben ein nicht zu unterschätzendes Suchtpotential. Die Jugendlichen verlieren sich förmlich in einer virtuellen Welt, in der sie mühelos vor Problemen des Alltags entfliehen können. Anders als bei der klassischen Glücksspielsucht ist bei ihrer neuartigen Verwandten, der Computerspielsucht, der Faktor Geld eher zweitrangig. Obwohl sich heutzutage ein regelrechter Handel mit „nützlichen“ Items aus Computerspielen, wie etwa World of Warcraft oder The Old Republic entwickelt hat, ist der Faktor Geld, abgesehen von der Entrichtung einer monatlichen Nutzungsgebühr, für das Spiel selbst und die Entwicklung einer Sucht völlig irrelevant. Ganz anders bei der Spielsucht. Hier ist die Aussicht auf einen möglichst hohen Gewinn der Antrieb für die Zocker. Anzeichen für eine Spielsucht sind die stufenweise soziale Abschottung der Betroffenen, das stete Spielen über gesetzte Limits hinaus sowie die merkliche finanzielle Beeinträchtigung durch fortgesetztes Glücksspiel.

In Deutschland besteht zum Schutz der Konsumenten von Glücksspielen der sogenannte Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland, kurz Glücksspielstaatsvertrag oder GlüStV. Eines der erklärten Ziele des Vertrags ist die Bekämpfung der Spielsucht. Insbesondere soll der Schutz von Kindern und Jugendlichen gewährleistet werden. Darüber hinaus ist im GlüStV das staatliche Lotteriemonopol festgeschrieben, das ebenfalls aus Gründen des Verbraucherschutzes installiert wurde. Die Gefahren einer Lottosucht sind zwar ungleich geringer, dennoch hält der Staat beim Thema Glücksspiel väterlich die Hand über seine Bürger. Aus gutem Grund: Denn in Deutschland spielen Woche für Woche rund 20 Millionen Menschen begeistert Lotto. Das ist ein Riesengeschäft, bei dem es sich lohnt, den Betreibern genauer auf die Finger zu sehen.

Wir wünschen weiterhin viel Glück.

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